Ein Haus für Andrea…

Es stinkt, ist eklig, dunkel, kalt, feucht, schimmlig, eng, chaotisch und einfach unmenschlich!20150330_101413 Wir stehen in einem Haus in Saros irgendwo in Rumänien. Das Wort “Haus” bekommt hier eine ganz neue Bedeutung, plötzlich beschränkt sich das Wort nur auf ein Dach über den Kopf, welches stellenweise aus einer Folie besteht, in der das Regenwasser steht. Das ganze ist kleiner als manche Garage in Deutschland. An ein paar Seiten gibt es noch ein paar Wände aus Lehm, der Rückwand dient ein rießengroßer Klamottenberg um die schlimmste Kälte draußen zu halten. Wir sind von der Armut und der hoffnungslosen Überforderung  schockiert, der  wir gerade gegenüberstehen. Hier wohnt ein 10-jähriges Mädel mit ihrem kranken Opa. Helga wird nun aktiv und fängt an auszumüllen, die Pferdewagen stehen bereit um den Müll wegzubringen. Ein paar Sachen können noch “gerettet” werden, diese werden gesondert aufgehoben. Nun kann endlich mit dem abreisen des Hauses angefangen werden, nach dem ersten Tag steht nichts mehr. Die Jungs sind hochmotiviert.
 20150330_114141
Wir sind hier als 9-köpfiges Team von der CityChurch Rothenburg ob der Tauber, bestehend aus einer Familie mit 2 Jungs, 3 Männern und 2 Frauen. Das Haus bauen ist “Männersache”, wir Frauen bekommen einen kleinen Einblick in das Leben vom Restore-Ministry-Team, wir sind bei den Hausaufgabenbetreuungen und den Kinderstunden für die Roma-Kinder in unterschiedlichen Dörfern mit dabei. Beobachten, wie unkompliziert einfach damit umgegangen wird ein leicht chaotisches Team köstlich zu versorgen oder von heute auf morgen einen Basar zu veranstalten. Wir versuchen uns im Haus nützlich zu machen und stellen fest, dass die Uhren hier ganz anders ticken. Für uns plötzlich langsamer, wenn man zu dritt mal kocht und u.a. feststellt, dass wir Joghurt gekauft haben, und nicht “hulala” (= rumänische Sahne) und das ganze plötzlich 3 statt 1 Stunde dauert. Für die Männer einen Tick schneller, die innerhalb von ein paar Stunden Baummaterial für ein ganzes Haus bestellen und geliefert bekommen. Manchmal bekommt das Ticken auch einen ganz neuen und unbekannten Rhythmus, wenn die Männer auf Englisch Mirela deutsche Baukunst erklären und diese das auf rumänisch an Fane (den Bauleiter des Hauses) weitergibt. Zum Glück kommt der Spaß trotzdem nicht zu kurz und man lernt auch die ersten rumänischen Wörter, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben werden da sie selbst am Abend noch unermüdlich 11167699_407208992797905_8193524851020611733_nnachgesprochen werden. Am Ende der Woche steht der Rohbau und das Dach ist drauf. Für uns heißt es Abschied nehmen und Fane, Mirela & Co. noch das Fertigstellen des Hauses zu überlassen. Mittlerweile haben wir Bilder bekommen, von einer glücklichen 10-Jährigen mit ihrem Opa. Plötzlich sehen wir da nicht nur ein 10-jähriges Mädchen in einem minimalistisch eingerichteten Zimmer in einem Haus das immer noch nicht größer ist als eine Garage ist, sondern erkennen jetzt eine freudestrahlende Prinzessin in ihrem “Schloss”.
Liebe Grüße Dorothea
Facebook Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *